Geradezu ergriffen und in fast atemlos wirkender Nacherzählung berichtet der große Kritiker Karl-Markus Gauß über diesen Roman, eine Familiensaga, in der die letzten hundert Jahre chinesischer Kultur und Geschichte schmerzvoll, aber nicht hoffnungslos aufscheinen. Die in Kanada lebende Tochter erzählt da die Geschichte ihres Vaters, einst ein gefeierter Musiker, der im China der Kulturrevolution derart gedemütigt und gequält wurde, dass er Jahre später, aus dem kanadischen Exil kommend, Selbstmord begeht. Gauß vergleicht Thien, die auf Englisch schreibt und im Exil manchmal schon zwischen den Eltern vermitteln musste - denn "mein Vater sprach Mandarin und meine Mutter Kantonesisch" - mit einigen der wichtigsten chinesischen Autoren der letzten Jahre, nämlich Liao Yiwu und Yiyun Li, berichtet aber auch am Anfang seiner Rezension, welche Rolle der Trost westlicher Musik für die Protagonisten spielt, so dass neben der tragisch chinesischen auch eine tröstlich kosmopolitische Dimension in dem Roman steckt.