Rezensent Paul Jandl empfiehlt einen so aktuellen wie "subtilen" Roman mit dem neuen Buch von Elsa Koester. Er wird ins fiktive Grenzlitz geführt, wo sich die "Zukunftsgrünen", die "Linkspinken" und die rechten "Blauen" im Wahlkampf gegenüber stehen: Vorne liegt der AfD-Wiedergänger, die zukunftsgrüne Kandidatin Katja Stötzel holt sich indes Unterstützung von der Neuköllnerin Nana, die als Coachin und im Roman als Erzählerin fungiert. Aber Koester, die als Journalistin für die Wochenzeitung "Der Freitag" bei politischen Kundgebungen in Görlitz unterwegs war, und also weiß, wovon sie schreibt, betreibt hier keine "Schwarzweiß-Malerei", staunt Jandl: Die "vermeintlichen Nazis" erscheinen als Menschen mit Verlustängsten, die Grünen als Pharisäer, die ihre Kinder in "Regenbogenschulen" ohne Migrantenkinder schicken. Auch der "leise und zweifelnde" Tonfall der Autorin, mit dem sie das Wutpotenzial der Wähler ergründet, beeindruckt Jandl.