Für statistische Zwecke und um bestmögliche Funktionalität zu bieten, speichert diese Website Cookies auf Ihrem Gerät. Das Speichern von Cookies kann in den Browser-Einstellungen deaktiviert werden. Wenn Sie die Website weiter nutzen, stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.

Cookie akzeptieren
Hein, Christa. Der Blick durch den Spiegel. Frankf

Christa Hein

Der Blick durch den Spiegel

  • Frankfurter Verlags-Anst.
  • 1998
  • Gebunden
  • 447 Seiten
  • ISBN 9783627000608
Riga zu Beginn unseres Jahrhunderts: Eine junge Frau verläßt ihre bürgerliche Umgebung, bricht auf zu einer Reise mit der Transsibirischen Eisenbahn in die Mandschurei und erlebt den Ausbruch des russisch-japanischen Krieges. Während der abenteuerlichen Fahrt findet sie durch ihre Leidenschaft, die Photographie, einen Weg, sich von den gesellschaftlichen Konventionen der Zeit zu befreien. Der erste Roman einer neuen deutschen Erzählerin, eine farbenprächtige und sinnliche, mit großem Spannungsbogen beschriebene Reise zu sich selbst. Wir befinden uns in Riga zu Beginn unseres Jahrhunderts: Es ist die Zeit großer Umbrüche. Erzählt wird die Geschichte einer Frau, Sophie Berkholz, Ende Zwanzig, Lieblingstochter ihres Vaters, eines angesehenen Legationsrates. Die selbstbewußte Sophie,
Mehr Weniger
groß und schlank, gehörte zu den ersten Frauen, denen es gestattet wurde, ein Mathematikstudium zu absolvieren. Doch trotz hervorragender Ausbildung und ihrer beruflichen Tätigkeit als Dozentin für Mathematik am Rigaer Polytechnikum ist Sophie nicht glücklich: Sie bleibt den vorgegebenen Mustern ihrer Gesellschaftsschicht verhaftet. Auch die Ehe, die sie schließlich mit Albert eingeht, nimmt nach dem euphorischen Beginn schnell bedrückende Züge an: Nach der Geburt der Tochter Lina erkennt Sophie schließlich, daß sie dabei ist, das verhaßte Leben ihrer Mutter zu wiederholen. Im Jahre 1903 beginnt Japan mit seiner fieberhaften Aufrüstung gegen das russische Reich. Albert, ein für seine innovativen Ideen gefragter Konstrukteur, wird im militärischen Auftrag des Zaren an die östlichste Spitze des Landes nach Port Arthur ans Gelbe Meer beordert. Sophie entschließt sich gegen den Widerstand der Eltern, ihm zu folgen. In ihrem Gepäck führt sie geheime Unterlagen ihres Mannes mit sich. Eine lange und abenteuerliche Reise mit der gerade fertiggestellten Transsibirischen Eisenbahn beginnt, eine Fahrt voller Ereignisse und folgenreicher Begegnungen, bei der es zu Verwicklungen, Verschwörung, ja sogar zu Mord kommt: bleibende Eindrücke, die Sophies Blick auf die Welt verändern. Hat Sophie in früheren Jahren die Photographie nur in ihrer freien Zeit betrieben, wird diese Kunst, "den richtigen Augenblick zu erfassen", ihr immer wichtiger. Als nach ihrer Ankunft in Port Arthur der russisch-japanische Krieg ausbricht, nutzt sie die "Gunst der Stunde" und entdeckt die Reportagephotographie: Ungeachtet der Gefahren begibt sie sich mitten hinein ins Kriegsgeschehen; ihre Aufnahmen erscheinen in amerikanischen Zeitungen. Doch schließlich zwingt der Kriegsverlauf Sophie zur Rückreise. In Riga findet sie sich nicht mehr in ihrem früheren bürgerlichen Leben zurecht. Die Photographie wird für sie Berufung und Beruf zugleich: Sophie entwickelt ihre eigene Art der Portraitphotographie und wird eine anerkannte Photographin. Lange Jahre führt Sophie ein erfolgreiches Atelier, bis zu dem Tag, an dem die Revolution mit ihren Schrecken über Riga hereinbricht, und sie beschließt, zu einer weiteren großen Reise aufzubrechen.

Nicht verfügbar

Ähnliche Bücher mehr