"Sprachlust" und das typische "Potpourri aus originellen Vergleichen, Wortschöpfungen und Austriazismen" findet Oliver Pfohlmann auch im neuen Buch von Raphaela Edelbauer vor. Es geht um die junge, im Rollstuhl sitzende Programmiererin Byproxy, die ein neuartiges Spiel entwickelt hat, ein "Think-Backwards-Game", bei dem man einen Mord aufklären soll, in dem man Stück für Stück in der Vergangenheit zurückgeht. Dieses Schema nimmt der Roman nun selbst mehr oder minder auf, so Pfohlmann, wir sehen nämlich Byproxy zu Beginn des Buches als Chefin einer Terrorganisation, die ein Attentat vorbereitet. Die Vorgeschichte dazu bekommt man nun erzählt: die querschnittsgelähmte Byproxy mausert sich nach einigen Exkursen in die Philosophie und dem Rausschmiss aus einem Wohnheim zur Anführerin von vier "skurrilen Aktivisten", die den prekären Zustand der Wahrheit im postmodernen Zeitalter anprangern und sich unter Byproxy zunehmend radikalisieren. Das ist witzig und ein bisschen seltsam, findet der Kritiker, allerdings ist die Protagonistin auch eine "dezidiert unzuverlässige" Erzählerin, wie er betont. Der Roman selbst spielt also mit Fiktion und Wahrheit, leider zieht er sein eigenes "Denk-rückwärts-Spiel" nicht wirklich durch, bedauert Pfohlmann. Gut unterhalten scheint der Kritiker sich trotzdem zu haben.