Ein Buch über ein Land am Rande des Bürgerkriegs? Zumindest stellt Manfred Berg Rezensent Klaus-Dieter Frankenberger zufolge überzeugend dar, wie sich die USA, einst ein Musterland der Demokratisierung, in eine zutiefst gespaltene Gesellschaft verwandelt haben. Die Geschichte, die Berg erzählt, beginnt Mitte des 20. Jahrhunderts, der erste Abschnitt beschreibt, wie der liberale Zusammenhalt im Zuge des Vietnamkriegs, der Bürgerrechtsbewegung und ihrer Gegenbewegungen zerbricht. Die beiden anderen Kapitel beschäftigen sich laut Frankenberger mit den Veränderungen, die die Globalisierung zeitigt, sowie mit diversen Kulturkämpfen, das dritte führt direkt in die polarisierte politische Landschaft der Gegenwart, vorbereitet von Neoliberalismus und unterfüttert von diversen rechtspopulistischen Hetzern. Das alles ist kenntnis- und materialreich geschrieben, lobt Frankenberger, der anmerkt, dass Berg auch nicht die Perspektive jener vergisst, die sich von den gesellschaftlichen Umwälzungen abgehängt fühlen und deshalb ihr Heil im Trumpismus suchen. Eines leistet dieses Buch freilich nicht, stellt Frankenberger klar: Es spendet keine Hoffnung; vielmehr hat der Rezensent nach der Lektüre den Eindruck, dass ein neuer amerikanischer Bürgerkrieg vielleicht doch nicht so unwahrscheinlich ist.