Als eindrucksvolles Alterswert bezeichnet Uwe Walter das Buch des Bonner Althistorikers Klaus Rosen. Der Emeritus hat Muße, stellt Walter fest, und das ist von Vorteil. Zum einen, da sich der Autor so der komplexen dynastischen Geschichte der konstantinischen Familie annehmen kann, zum anderen, weil er das Monstrum der Forschung gleich mal links liegen zu lassen und sich ganz auf die Quellen zu konzentrieren vermag. Wenn Rosen dazu noch einen Begriff von Kontingenz ins Spiel bringt, der als "pfadabhängige Rationalität" so manche Wende des Kaisers zu erklären hilft, besonders die zum Christentum, ist Walter überzeugt. Der Weg dorthin, das gibt er allerdings zu, ist kein leichter, keiner jedenfalls, der ohne Konzentration auf Leserseite zu erreichen wäre, auch wenn der Autor noch so klar und stilistisch makellos schreibt.