Rezensent Christoph David Piorkowski liest Marko Martins Essay trotz einiger Schwächen insgesamt gern. Der in der DDR geborene und aufgewachsene Autor, der mit einem unversöhnlichen Auftritt in Schloss Bellevue für Furore sorgte, setzt hier, ist zu lesen, zu einer Verteidigung der Freiheit an und greift dafür auf seinen eigenen Lebenslauf zurück. Insbesondere seine Prägung durch Dissidenten und freiheitliche Denker wie Adam Michnik und Ralph Giordano spielt eine wichtige Rolle in diesem Buch, erfahren wir von Piorkowski, außerdem möchte der Autor zeigen, wie die Verbindung vieler Deutscher zu NS- und Stasidiktatur das Selbstverständnis vieler Deutscher immer noch prägt. Auch die mangelhafte Differenzierung zwischen Tätern und Opfern im Ukraine- und Gazakrieg, die sich als fehlgeleitete Friedenssehnsucht manifestiert, wird von Martin Piorkowski zufolge angegriffen. Etwas arg unwirsch geht Martin allerdings gegen seine politischen Gegner vor, findet der Rezensent, außerdem tritt er laut Kritiker zu sehr als "Nonkonformist" auf, auch, was die Stringenz der Argumentation betrifft, meint der Rezensent. Dennoch zieht er ein positives Fazit: Martins Streitschrift zeigt den Wert der liberalen Demokratie auf und macht deutlich, warum es wert ist, sie gegen Angriffe nicht zuletzt von Seiten einer Linken, die autoritäre Regimes toleriert, zu verteidigen.