Zunächst einmal wundert sich Rezensent Jan Wiele ein wenig, dass Christoph Ransmayr im Vorwort seines neuen Buches das Bedürfnis hat, dessen Fiktionalität auszustellen, aber das tut der Lektürefreude keinen Abbruch, ganz im Gegenteil. Fast wie Tagebucheinträge wirken die kurzen Texte, die der Autor als "Mikroromane" versteht, in verdichteter Form kombinieren sie Realistisches und Allegorisches, Alltägliches und Besonderes, erfahren wir. So ist Wiele besonders beeindruckt von dem Text, der den Protagonisten Lorcan auf einer Flussfahrt in Tokio denken lässt, ihn ereile ein großes Erdbeben - und am Ende ist es doch nur ein Manöver des Kapitäns. Für den Kritiker macht dieser Ausschnitt schon die Wechselwirkungen deutlich, die zwischen Mensch und Literatur bestehen und auch die Erschütterungsfähigkeit von Literatur, die Ransmayr ihm hier auf fast elegische Weise deutlich macht, wie er schließt.