Vigdis Hjorth hat nun schon den dritten Band über ein Thema vorgelegt, das eigentlich unaussprechlich ist, bemerkt Rezensentin Sigrid Löffler mit großem Respekt: Auch wenn Hjorth es bestreitet, gibt es starke Übereinstimmungen zwischen der Protagonistin ihrer Bücher und ihr selbst. In den Bänden geht es stets um den Missbrauch einer Tochter durch den Vater, den die Familie um jeden Preis verdrängen will, erfahren wir, die Mutter hat "Angst vor der öffentlichen Schande" und versucht deswegen, die Tochter zu kontrollieren. Die Ich-Erzählerin legt in einer Art Selbstbefragung alle Erinnerungen an den Missbrauch, aber auch ihren Drogenkonsum als Reaktion darauf frei, sie zeigt aber auch, wie das Verständnis für die Mutter wächst, die keine Chance hatte, den missbrauchenden Ehemann zu verlassen, weil sie finanziell von ihm abhängig war, resümiert Löffler. Ein Buch, das die tickende Bombe in einen Befreiungsschlag verwandelt, ist der Kritik abschließend zu entnehmen.