Für ein "kühnes Unterfangen" hält Rezensent Martin Oehlen, dass Michael Kumpfmüller in seinem Roman "Ach, Virginia" von Virginia Woolfs letzten Tagen vor ihrem Selbstmord erzählt. Woolf hat sich 1941 das Leben genommen, der Krieg tobte, sie fühlte sich leer geschrieben, immer wieder rang die Depression sie nieder. Natürlich ist es heikel, wenn Kumpfmüller die Träume, Wünsche und Empfindungen der Schriftstellerin imaginiert und ihr Leben resümiert, gesteht Oehlen, aber gerade wenn es um die Ehe mit Leonard Woolf geht - mit dem Woolf eine eher platonische Beziehung verband, ihre Liebe galt Vita Sackville-West - sieht Oehlen auch die Ehe zweier Schriftsteller porträtiert, die ebenso schön und erfüllend wie unerträglich gewesen sein muss.