Tief berührt haben Rezensentin Jenny Friedrich-Freksa Alice Munros neue, unter dem Titel "Zu viel Glück" erschienene Erzählungen, in denen die Autorin wieder einmal unter Beweis stelle, dass sie auf wenigen Seiten ganze Welten fühlbar machen kann. Munro erzähle, so die Rezensentin, in ihrer unverblümten, einfachen Sprache von den oft in Passivität erstarrten Leben ihrer zumeist weiblichen, verletzlichen Protagonisten, die in der Regel durch einen Zufall gezwungen werden, ihr Leben zu ändern. So begegnet der Rezensentin etwa die schöne Joyce, die mit ihrem Mann ein glückliches Leben in einem Bauernhaus führt, bis jener sich in die raue, tätowierte, ehemalige Alkoholikerin Edie verliebt. Ob die Figuren nach großen Enttäuschungen oder kleinen Entzauberungen ein neues Glück finden, bleibt häufig offen, eines aber, so die Rezensentin, ist sicher: die Sehnsucht nach der Schönheit des Lebens gibt Munro nicht auf.