Rezensent Kersten Knipp gibt sich als Meister der positiven Gefühle gegenüber dem argentinischen Psychotherapeuten und Bestseller-Autor Jorge Bucay. Dieser verstehe die "Kunst des heilenden Erzählens" ganz wunderbar und gerade weil seine von Autoren wie Saint-Exupery, Buber oder Bagwhan Shree Rajneesh entliehenen Geschichten so gemütvoll schlicht seien, seien sie auch so wirkungsvoll. Die Großhirnrinde bleibe heilsam unberührt und das Buch "ungemein kurzweilig". Ja, Bucay sei ein "Meister der pointierten Anekdote", stets "charmant, witzig, und schlagfertig". Nicht gegenüber dem Buch und Bucay, jedoch gegenüber der menschlichen Seele äußert der Rezensent seine Bedenken. Ob die "Konjunktur" solcher Bücher, CDs und Videos, wie sie unter anderem Bucay liefere, fragt Knipp, nicht als Zeichen gelesen werden müsste, dass die Seele anthropologisch gesehen vielleicht "störrisch" sei und durch solcherart Therapie auf noch "krudere" Bahnen gelenkt würde? Jorge Bucay jedenfalls, beschließt Knipp, habe ein "Stück freundlicher Belletristik" vorgelegt, das zudem den Vorteil habe "unterhaltsam" zu sein.