Osteuropa-Experten gibt es viele, aber kaum einen, der so vielseitig ist wie Karl Schlögel, ist Marta Kijowska überzeugt. Der hat in Berlin, Moskau und St. Petersburg studiert, bereits einige wegweisende Bücher zum Thema verfasst und ist heute Professor für Osteuropäische Geschichte in Frankfurt an der Oder, informiert die Rezensentin. Europa hält Schlögel für einen "neuen Kontinent", denn die Veränderungen im Osten wirkten sich auf den gesamten Erdteil aus. Über den Osten sei aber denkbar wenig bekannt, klagt nicht nur der Autor. Sein Buch sei ein Beitrag für ein besseres Verständnis vom Osten. Und das ist ihm gelungen, meint Kijowska, denn es enthalte viele Informationen, die sie zu einer anderen Sichtweise verleitet hätten. Nicht nur Historisches werde hier von Schlögel präsentiert, sondern die 25 Berichte, Essays und Vorträge aus den Jahren 1988 bis 2000 enthielten auch viele Alltagsbeobachtungen, Stimmungsvolles und Nostalgisches, wenn auch, schränkt die Rezensentin ein, die Ankündigung des Verlages, hier handle es sich um einen "Abenteuer- und Liebesroman", doch etwas weit hergeholt sei.