Für eine Schlüsselerzählung hält Hans-Herbert Räkel diese "abgründige Novelle" nicht, auch wenn Ähnlichkeiten nicht zufällig sind und der ehemalige Stiftsbibliothekar von St. Gallen, Johannes Duft, sich im Onkel des Erzählers wiedererkannt und sogleich lautstark Protest angemeldet hat. Doch wertet der Rezensent die Erzählung über den 12 jährigen Protagonisten, der einen Sommer bei seinem Onkel in der Klosterbibliothek verbringt und dort so etwas wie die "Vorschule der Erotik" absolviert, als eine weitere Probe des schweizerischen Autors für seine Erzählweise der "scheinheiligen Erfindung". Denn, so der Rezensent, Hürlimann geht es darum, die "skandalöse Wurzel in der privaten und öffentlichen Wirklichkeit" zu zeigen, die im "kollektiven Bewußtsein" liegt. Die Novelle decke die "Geheimnisse des Geschlechts", die der jugendliche Protagonist während dieses Sommers erfahre, in seiner doppelten Bedeutung auf, und weise auf antisemitische Tendenzen in der Schweizer Geschichte hin, die gern verschwiegen würden. Räkel preist dann auch die Stellen des Buches als die "schönsten" und berührendsten, die sich mit der jüdischen Familie der Mutter der Hauptfigur und deren "schmerzlicher helvetischer Integration" beschäftigen.