Otto Flake, schreibt Rainer Moritz, ist vergessen und wird es wohl bleiben, trotz der ehrenwerten Bemühungen des Manesse-Verlages um diesen Autor. Das hat Moritz zufolge weniger mit der Qualität von Flakes Prosa zu tun, als mit dessen für die literarische Moderne unzeitgemäßen Erzählstil. Frei von Perspektivwechseln und anderen seinerzeit neuen Techniken fließt der Strom der Erzählung in dem 1933 erschienenen Roman dahin, immer schön chronologisch entlang von mehr als 60 Jahren Lebens- und Zeitgeschichte: die Erlebnisse der Adligen Hortense von Wierssen in Brüssel, London, Amerika und schließlich Baden- Baden und die historischen Einschnitte von 1848 und 1870/71, das gesellschaftliche Leben in den Salons, geerdet in historischem Boden. Der Rezensent erkennt den Wert des Buches an, ohne Tadel, aber auch ohne Begeisterung.