Meike Fessmann vermutet, dass Javier Marias kurzsichtig sei, weil alles etwas verschwommen erscheint in den hier versammelten, im Original bereits 2012 erschienenen Geschichten, was der Rezensentin zu entspannter Konzentration verhilft, zu einem fokussierten Blick, während sie einem Gedanken folgt. Die eigentümlich intime Stimmung des Buches hat für Fessmann hier ihren Ursprung. Die dreißig zwischen 1968 und 2005 entstandenen Texte sind für Fessmann ein Abenteuer, obwohl sie ihr schon bekannt sind oder gerade deshalb. Es birgt für sie die Möglichkeit, den Wandel der Wahrnehmung zu erkennen, das Gleiten der Zeiten, auf das der Autor laut Rezensentin abhebt. Die Ästhetik des Vagen spiegelt sich für sie auch in den Verhältnissen der Figuren zueinander sowie in den ausgestellten überkommenen Affekten und Posen. Eine Ästhetik, die laut Fessmann mit der Ästhetik des Digitalen ausstirbt. Auch davon, meint sie, erzählen die Texte.