Die Liebesszene, in der die 51-Jährige den Jungen auf dem Waldboden verführt, gehört für Jochen Schimmang schon mal zum besten, was erotische Momente der Weltliteratur so hergeben. Und womöglich ist sie nicht erfunden, denn Schimmang begreift diesen "Liebesroman" als Fortsetzung von Per Olov Enquists Autobiografie mit andern Mitteln. Auch hier, erläutert Schimmang, geht es um Kindheit und um die Mutter, auch hier, so heiter und erfüllt allein die erwähnte eine Szene alles macht, ist der Hintergrund düster, geprägt von religiösem Fundamentalismus, Selbstmord, Alkohol und Zurückgebliebenheit. Motive, die der Autor, nicht linear erzählt, sondern umkreist, wie wir in der Besprechung lesen. Dass über all dem die Liebe strahlt, von der das Buch laut Schimmang zuallererst handelt, erfüllt den Rezensenten mit Rührung.