Angenehm unaufgeregt schreibt Karl-Rudolf Korte über den aktuellen Zustand der deutschen Parteiendemokratie, freut sich Rezensent Florian Keisinger. Der "Markt" des Titels bezieht sich, lernen wir, nicht auf Ökonomie, sondern auf den Wochenmarkt, der dem Austausch zwischen Politik und Bürger dienen sollte, was derzeit nicht mehr gar so gut funktioniert. Stark findet Keisinger das Buch da, wo es aufzeigt, wie die aktuellen medialen und gesellschaftlichen Gegebenheiten zu einer wachsenden Unübersichtlichkeit führen, was in der Sehnsucht nach einfachen Antworten resultiert. Allzu viel Sorgen um die Demokratie macht sich Korte Keisinger zufolge allerdings nicht, er hält die politische Mitte Deutschlands für gefestigt und das Wählerpotential der AfD für bereits ausgeschöpft, plädiert aber dafür, dass die Parteien eigene Hemmungen ablegen, was etwa die Umwelt- oder die Migrationspolitik betrifft. Der Rezensent stimmt den Diagnosen im Großen und Ganzen zu, hofft aber ebenfalls, dass die Parteien der Mitte die Zeichen der Zeit erkennen und handlungsfähig bleiben.