Sehr angetan ist Rezensentin Renate Nimtz-Köster von Anthony Beevors Revolutionspanorama, das über weite Strecken wohl eher ein literarisches Schlachtengemälde ist. Das auf umfangreichen Archivrecherchen basierende Buch, dem die Rezensentin angesichts des abgebrochenen Marschs der Wagner-Söldner auf Moskau Aktualität bescheinigt, setzt bereits im Jahr 1912 ein. Beschrieben wird die Dekadenz des Zarenregimes, so die Kritikerin, die Verelendung der Bevölkerungsmehrheit - sowie, vor allem, die russische Revolution und der an sie anschließende Bürgerkrieg, der das Land in ein mehrere Jahre lang andauerndes blutiges Chaos stürzt. Als Militärhistoriker zeichnet Beevor die bewaffneten Auseinandersetzungen akribisch nach, gleichzeitig jedoch gelingt ihm mithilfe von Augenzeugenberichten ein vielstimmiges Bild der Situation, lobt Nimtz-Köster. Besonders gefällt ihr, wie Beevor einzelne Anführer der verschiedenen Kriegsparteien porträtiert. Nicht die "weiße Konterrevolution", sondern Lenins Bolschewiki stellt Beevor als die schlimmsten Schlächter von allen dar, schließt die Kritikerin.