Andreas Eckert, selbst Professor für afrikanische Geschichte blickt zunächst auf eine Debatte zurück, die ein Spiegel-Artikel des langjährigen Afrika-Berichterstatters Bartholomäus Grill vor ein paar Jahren auslöste. Damals schrieb er, erinnert Eckert, dass der Begriff "Genozid" vielleicht nicht angemessen sei für den Krieg der Deutschen gegen die Völker der Herero und Nama in der ehemaligen deutschen Kolonie Namibia. Außerdem habe Grill einem üblen "kolonialapologetischen" Revisionisten auf unkritische Weise in jenem Artikel viel Platz eingeräumt. In diesem Buch, so Eckert, der offenbar zu den Kritikern Grills gehört, versuche Grill nun, "seine Sicht auf nicht ganz überzeugende Weise noch einmal zu rechtfertigen". Andererseits aber, und das mache natürlich den größten Teil des Buches aus, vermittle er flüssig die Geschichte des deutschen Kolonialregimes, das von "Gewalt, Ausbeutung, Willkür und Rassismus" wesentlich geprägt war. Die neu entflammte Debatte um die in Museen ausgestellten, gestohlenen Objekte sei natürlich nur ein sehr kleiner Teil einer notwendigen Aufarbeitung der deutschen Kolonialgeschichte, meint Eckert, und ist Grill insofern dankbar für seine gründliche Auseinandersetzung.