- Ullstein
- 2026
- Gebunden
- 240 Seiten
- ISBN 9783550204593
Am Frankfurter Bahnhof biwakiert ein junger Mann. Bepackt mit einer Blechtasse, einem Tauchsieder und Heideggers Sein und Zeit ist er aus dem Internat abgehauen, in das ihn seine Großeltern gesteckt haben, nachdem seine Mutter sich umgebracht und sein Vater sich als erziehungsunfähig erwiesen hat. Fortan ist er gezwungen, in dem emotionalen Ruin zu leben, in den seine Familie ihn getrieben hat. In seiner jugendlichen Hybris meint er, sich der Gesellschaft radikal verweigern und dem Leben als reiner Ästhet begegnen zu können, jenseits von Gut und Böse. Er ist ein Kinogänger, ein Leser, ein Schreibender, er ist ein Getriebener und Triebhafter, ein von seiner Fantasie Gequälter. Vielleicht
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ist er der letzte Mensch, der in der bundesrepublikanischen Gegenwart der Siebzigerjahre nach etwas sucht, das die Wirklichkeit übersteigt. Das weiße Blatt Papier ist die Beschreibung eines Versuchs, den Wahnsinn aus dem eigenen Kopf zu exorzieren. Es ist ein Blick in den Abgrund, sowohl in den metaphysischen als auch in den gesellschaftlichen und familiären.
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