Rezensent Jürgen Kaube rät zur Lektüre von Joan Didions Essays, um zu erkennen, was die Autorin aus Notizen wie den hier versammelten machen kann. Was sie auf ihrer Reise in den amerikanischen Süden im Jahr 1970 erlebt und worüber sie laut Kaube immer auch zu fantasieren weiß, ist der Alltag in Country Clubs, auf Plantagen, in Kosmetiksalons, den Didion in einen "reflektierten Impressionismus" fasst, wie Kaube schreibt, indem sie der Subjektivität und dem Anekdotischen mit Schärfe und Misstrauen entgegentritt. Was für Didion, die aus dem Westen kam, damals fremd war, ist für Kaube heute umso fremder: Eine Welt, in der sich viel ums Essen und um den Rassenunterschied dreht. Nur der Trotz des Südens kommt Kaube bekannt vor.