Rezensent Fritz Göttler kehrt mit "Das Vermächtnis der Spione" zurück zu den Wurzeln John Le Carrés. Der Kritiker begegnet hier noch einmal dem MI6-Agenten Alec Leamas, der in "Der Spion, der aus Kälte kam" beim Versuch, über die Mauer aus der DDR zu fliehen, gemeinsam mit seiner Frau erschossen wurde. Nun rollen dessen Kinder den Tod ihrer Eltern wieder auf, erzählt der Rezensent, der sich hier gemeinsam mit dem Ex-Agenten Peter Guillam durch einen "dichten" Nebel von fingierten Berichten, Memos und Tonbandprotokollen ackert, um die Ereignisse von damals zu rekonstruieren. Als Spionage-Roman im engeren Sinne möchte Göttler das Buch nicht bezeichnen: Vielmehr hat er ein, wie er findet, furioses, bisweilen "melancholisches" Werk über die "Mythologie" der Spionage in der Zeit vor der totalen Überwachung gelesen.