"Okay" - der "kürzeste Weg zum Konsens", der internationale Ausdruck einer Haltung, die eigentlich keine ist. David Szalay hat einen ganzen Roman um dieses Nullwort geschrieben, und der funktioniert beeindruckend gut, findet Rezensentin Christiane Lutz. So minimalistisch wie das "Okay" ist auch der Erzählstil des ungarisch-britischen Autors, lesen wir. Manche mögen dessen Sätze als mager empfinden, andere als präzise. Auf Lutz jedenfalls wirkt diese Prosa einnehmend, auch dank der vielen interessanten Figuren und Situationen, denen Szalays Protagonist ausgesetzt wird. Dieser Protagonist ist ein Held, so Lutz, wie man ihn vielfach antreffen kann in der westlichen Literatur: maskulin verschwiegen und passiv, einer dem sein Leben eher widerfährt, als dass er es lenkt, einer, über dessen Gefühlsleben wir wenig erfahren, dessen Körper erzählerisch aber umso präsenter ist, einer, in dessen Lebenserzählung gerade die Teile unterbeleuchtet sind, die ihn greifbar machen würden als verletzten, wohl traumatisierten Menschen, einer, mit dem sich all jene identifizieren werden können, denen "zu viel geredet" wird. Szalay lässt diese Nicht-Haltung jedoch nicht einfach so stehen, sondern problematisiert sie auch in der Konfrontation mit anderen Figuren, lobt Lutz. Er habe so ehrlich wie es geht über den männlichen Körper schreiben wollen, sagt Szalay einmal. Das ist ihm auf erstaunliche Weise gelungen, findet die Rezensentin.