Einen schönen, komplexen Roman über Erinnerung legt Niall Williams laut Rezensentin Tanya Lieske vor. Es behandelt die Geschichte eines Mannes, Christy McMahon, der im Jahr 1958 in einen irischen Ort namens Faha kommt, offiziell, um dem Dorf beim anstehenden Anschluss ans Stromnetz zu helfen, tatsächlich sucht er hier jedoch auch eine alte Liebe. Erzähler ist Noe, der Enkel des Paares, bei dem sich Christy einmietet, fährt Lieske fort, wobei nicht nur Noes Rolle in der Liebesgeschichte thematisiert wird, sondern auch die Reflexionen über den Lauf der Zeit, die er Jahrzehnte später anstellt. Weiterhin ist die Liebesgeschichte mit dem teils skurrilen Bild einer historischen Epoche verknüpft - keineswegs alle Dorfbewohner freuen sich auf den elektrischen Strom, viele sind glücklich mit dem bescheidenen Leben, das sie führen, resümiert Lieske. All dies fügt sich zu einem auch sprachlich starken Buch, das die Redseligkeit der Dorfbewohner geschickt in die eigene Textpraxis überträgt und von Tanja Handels exzellent ins Deutsche übersetzt wurde, schließt die Kritikerin.