Dieser Roman erzählt nicht nur vom Scheitern eines Romanprojekts, sondern auch von seinem Autor, Kaleb Erdmann, der als Jugendlicher den Amoklauf am Erfurter Gutenberg-Gymnasium überlebt hat, erzählt Rezensent Jan Drees. Der Erzähler seines Romans hat die gleiche Erfahrung gemacht, lesen wir, ist seitdem traumatisiert und angstgestört. Er kämpft mit sich, ob er seine Geschichte erzählen darf, wenn er "keinen Mord und kein Blut gesehen" hat, verknüpft das mit fiktionalisierten Crime-Erzählungen à la Pitaval, am Ende scheitert sein Romanprojekt, resümiert Drees. Dass dieser Roman des Romanschreibens aber veröffentlicht wurde, ist für Drees ein großes Glück, denn er verbindet die Themen mentale Gesundheit mit Autofiktion, Kriminalität und Fragen, wie über Gewalt geschrieben werden kann, auf sehr überzeugende Weise.