"Sachlich-einfühlsam" blickt Antonia Baum auf ein schwieriges Thema, hält Rezensentin Victoria Porcu fest: Laura, die Protagonistin ihres Romans, ist schwanger, sie hat bereits ein Kind und hatte auch schon eine Abtreibung, der Vater hat sie verlassen und sie weiß nicht, was sie tun soll. Für einen medikamentösen Abbruch hat sie nur bis zur neunten Wochen Zeit, sie muss eigentlich auch noch ihre Doktorarbeit schreiben, sich um die dreijährige Tochter kümmern und ihren Job in einer gynäkologischen Praxis erledigen, erfahren wir. In diesem Job beobachtet sie am laufenden Band Frauen und sieht, wie unterschiedlich man eine Schwangerschaft bewerten kann, was Porcu zufolge von Baum klug und ausgewogen analysiert wird. Sie kombiniere gesellschaftliche und individuelle Sichtweisen auf Schwangerschaft und Abtreibung und zeige mit ihrem kritischen und einfühlsamen Roman, wie schwierig es für Frauen sei, den Ansprüchen an sie zu genügen, so die Kritikerin.