Eine "schauderhafte Parodie" auf den klassischen Bildungsroman hat Jessamine Chan vorgelegt, meint Rezensentin Marie-Luise Goldmann, die dieses Debüt von Anfang bis Ende mitgerissen hat. Der dystopische Roman erzählt von Frida, die in eine Einrichtung eingewiesen wird, in der Mütter, die ihre Kinder vernachlässigt haben oder sich sonst etwas in der Erziehung zu Schulden haben kommen lassen, mit eiserner Disziplin und drakonischen Strafen zu besseren Menschen gemacht werden sollen. Der Rezensentin gefällt die Lakonie, die das Unglück ihrer "liebevoll-scharfsinnig" geschriebenen Anti-Heldin im ersten Teil sogar eindringlicher hervorhebt, als das "dystopisch überhöhte" Institut im zweiten Teil, dass Goldmann ein wenig abstrakt vorkommt. Die Autorin greift die hitzigen aktuellen Debatten um das Thema Mutterschaft gekonnt auf und verdichtet diese zu einem spannenden Plot, so die Kritikerin. Ein "so zeitloser wie zeitgemäßer" Roman, schließt Goldmann beeindruckt.