Erinnerung und Indiskretion gehen in diesem Buch eine beglückende Verbindung ein, meint Rezensent Hilmar Klute. Die Autorin Katja Oskamp arbeitet darin, erfahren wir, ihre Beziehung mit dem Schweizer Schriftsteller Thomas Hürlimann auf. Eine Beziehung, weiß Klute zu berichten, die einsetzt, als die Erzählerin, gefangen in einer unbedriedigenden Ehe, in einem Kurs am Leipziger Literaturinstitut die Bekanntschaft eines Dozenten namens Tosch macht - so heißt Hürlimann in diesem Buch. Beidseitig erwacht schnell sexuelles Interesse, später zieht die Erzählerin mitsamt Tochter in die Schweiz zu Tosch, das Zusammenleben klappt einige Zeit lang ganz gut, obwohl Tosch stets die Literatur über die Familie und sogar den Sex stellt. Außerdem wird er zum Schreibmentor der Erzählerin, die literarische Beziehung gestaltet sich laut Klute ähnlich obsessiv wie die sexuelle, bevor Toschs Krebserkrankung beiden ein Ende setzt. Oskamp erzählt schonungslos, beschreibt der Rezensent, aber auch ehrlich und deshalb ist ihr ein tröstendes Buch gelungen, das von zwei verschiedenen Niedergängen berichtet, dem Toschs und ihrem eigenen, wenn sie mit einem Buchprojekt scheitert. Am Ende bleibt von der Beziehung Oskamps und Hürlimanns doch etwas zurück, freut sich Klute, und zwar Text, ein Buch, das zum "Denkmal einer großen Liebe" wird.