Rezensent Harry Nutt liest angeregt Nora Bossongs Erkundung ihrer Generation der um die vierzig Jährigen. Dabei nimmt die Autorin eine "gesellschaftliche Charakterisierung" derer, die in ihrem Wirken die heutige Politik, Wirtschaft und Kultur beeinflussen in den Blick und nimmt diese als Anhaltspunkt für ein weiter gefasstes Bild, erklärt der Rezensent. Dass die Autorin sich mit ihrem "feinen" Sprachgefühl und der "zeitdiagnostischen Wahrnehmung" kein typisch journalistisches Generationenporträt schreibt, sondern sich, ohne anzuklagen, auf einen "Verfallsprozess demokratischer Prinzipien und Gewissheiten" konzentriert, für den diese Generation symptomatisch stehe, gefällt dem Rezensenten. Allerdings hätte sich Nutt eine differenziertere Betrachtung der Lebenslage dieser Generation gewünscht, die keinesfalls nur in stabile und sichere Strukturen hineingeboren sei, wie er meint.