Rezensent Claudius Seidl hat nicht allzu viel Freude mit diesem Roman, der so tut, als wäre er ein Film. Aber leider, meint Seidl, liefert Angela Steidele in ihrem Buch, das in einer Mischung aus Fiktion und Fakten eine Liebschaft zwischen Marlene Dietrich und Greta Garbo imaginiert, eine ziemlich verarmte Version von Cine-Literatur ab. Steidele beschreibt zwar Dialoge und Handlungen durchaus kinomäßig, so Seidl, aber die anderen, atmosphärischen, rhythmischen Aspekte filmischen Erzählens bekommt sie nicht zu fassen, die Zeit der Handlung umfasst zwar die 1920er bis 1960er, von den Umwälzungen des filmischen Erzählens in dieser Ära ist bei der Lektüre jedoch nichts zu spüren. Stattdessen erteilen die sehr vielen prominenten Figuren des Buchs, von Lubitsch bis Klaus Mann, einem andauernd Lektionen in Sachen Politik und Filmgeschichte. Kompetent belehrt fühlt Seidl sich von diesem Buch durchaus, Lesespaß allerdings sieht anders aus.