Einen Alltag, an dessen Abnormalität sich niemand gewöhnen kann, schildert Serhij Zhadan in seinen zwölf Geschichten, so Rezensent Joseph Wälzholz, der schwer beeindruckt ist von Zhadans unermüdlichem und mutigem Engagement. Den Krieg, in dem er selbst kämpft, beschreibt der Autor nicht direkt, dafür die Personen, die von ihm betroffen sind: da gibt es einen Invaliden, der einen neuen Job braucht und zum Bewerbungsgespräch muss, Eltern, die der Hochzeit ihrer Kinder nicht beiwohnen können, weil sie in den besetzten Gebieten leben, oder Handykontakte, die gelöscht werden müssen, weil die Personen im Krieg gefallen sind. "Meisterhaft" findet Wälzholz, wie Zhadan die Emotionen zweier Frauen bei einer Beerdigung wiedergibt: die eine ist die Geliebte, die andere die Ehefrau des hier zu Grabe getragenen Kommandeurs. Und trotz allem blitzt immer wieder ein kleines Zeichen der Hoffnung auf, verrät der Kritiker: die Sonne leuchtet in all dem Schrecklichen immer wieder am Himmel, zumindest eine Konstante in dieser aus den Fugen geratenen Welt, schließt der Kritiker.