Als eine bezugsreiche Engführung von Biografie und Philologie bezeichnet ein begeisterter Wolfgang Schneider Brigitta Eisenreichs Buch über ihr Verhältnis zu Paul Celan. Froh darüber, anstatt mit zuviel Allzumenschlichem mit einer subtilen Reflexion über eine mehr oder weniger heimliche Liebe und ihre Widerspiegelung in Celans Werk konfrontiert zu sein, taucht Schneider ein in die geheime Kommunikation der Liebenden. Spuren, die die Autorin dem Rezensenten plausibel macht. So entdeckt Schneider manches in Eisenreichs im Anhang mit abgedruckten Gedichten, das, wie es die Autorin nahelegt, in Celans Lyrik "gewandert" sein könnte, Themen, Ton, Motive. Was sich für Schneider bisweilen wie ein Roman von Nabokov liest, erscheint ihm glaubwürdig. Momente aus Celans Leben, wie die Plagiatsvorwürfe Claire Golls, erfährt er von Eisenreich zudem aus "irritierender" Nähe. Ein faszinierender Seiteneingang in Celans Werk, so Schneider.