"Eine Welt für Julius", der jüngst in deutscher Sprache erschienene Roman des peruanischen Autors Alfredo Bryce Echenique, ist bereits vor rund dreißig Jahren vollendet und herausgegeben worden, informiert der Rezensent Kersten Knipp. Möglichen Einwänden gegen den Text, der weder einen klaren Aufbau, noch eine These oder einen Protest beinhalte, wie schon ein peruanischer Rezensent in den siebziger Jahren festgestellt hatte, tritt er im voraus entgegen, indem er das Bestreben des Autors erklärt: Echenique, so Knipp, wolle erzählen, und zwar genau so, wie das Leben spielt, das ja auch hin und wieder einen wirren Verlauf nehme. Von dem Ergebnis ist Knipp sehr angetan. Echenique, der wie sein Protagonist zur peruanischen Oberschicht gehört, sei ein Entwicklungsroman mit zum Teil autobiografischen Zügen gelungen. Der Roman sei aber gleichzeitig Chronik einer verlorenen Zeit, Klassenportrait und Ideologiekritik, lobt er. Die dekadente Welt der peruanischen Oberschicht, wie sie sich bei Echenique darstellt, hätte gut in die Form des "'engagierten', offen anklagenden Romans gepasst", Knipp wertet es jedoch als "Teil von Echeniques Kunst, darauf verzichet zu haben". Dies gilt auch für seine Entscheidung, sich nicht festzulegen und einen offenen Ausgang zu wählen, bemerkt er abschließend.