Thomas Meineckes neuer Roman ist der Rezensentin Susanne Messmer eine lange Besprechung wert. Dabei ist die Story schnell erzählt: vier junge Leute, Heinrich und Cordula aus Berlin, Tillmann aus North Carolina und Yolanda aus Chicago stehen miteinander in Kontakt und sprechen über hybride Kulturen, Multikulturalismus, Antisemitismus, Rassismus, Heimatlosigkeit, Identität, Maskerade und Travestie, berichtet die Rezensentin. Das war's. Erzählen könne man über dieses Buch nicht mal eben so, denn hier gibt es weder einen Plot, noch einen Spannungsbogen, weder Psychologie noch Heldentum. "Hellblau" ist "postkoloniale Literatur", die auf eine Metaerzählung verzichtet, informiert Messmer. Damit hebe sich der Autor, seit 1980 Teil der Band Freiwillige Selbstkontrolle (FSK) und langjähriger Moderator beim "Zündfunk", eindrucksvoll und "funkelnd" von gängiger deutscher Popliteratur ab. Messmer freut sich über den "Schick und die Begeisterung", mit denen Meinecke Brüche und Schnitte "so stimmig arrangiere, dass es trotzdem groovt - geht es nun um Techno oder die Entgrenzung des Subjekts oder die Pluralisierung und Entoriginalisierung der Welt. Und das mache der Autor nicht nur "elegant", sondern lade zudem seinen Leser zum Dialog ein über das, was er thematisiert.