Alexander Cammann ist von Lutz Seilers erstem Roman "Kruso" restlos begeistert und bekundet dem Autor den Schritt in die erste Reihe der zeitgenössischen deutschen Literaten, in die er als Dichter ohnehin schon gehörte, so der Rezensent. Der Debütroman erzählt die Geschichte von Edgar "Ed" Bendler, von Alexander "Kruso" Krusowitsch und vom Mythos Hiddensee, dem ehemals "freisten Fleck" der DDR, berichtet Cammann. Es geht um die Frage, wie Freiheit möglich ist und wie viel Führung, Verführung und Gefolgschaft sie verträgt, erklärt der Rezensent. Kruso sieht die Insel als ersten Schritt auf dem Weg zu seiner persönlichen Utopie, einer skurrilen "Männerherrschaftsidee": "Der Keim der wahren Freiheit, Ed, gedeiht in Unfreiheit", zitiert der Rezensent. Es ist das Jahr 1989 und nach und nach verlassen die Eingeschworenen die Insel, bis nur noch Ed und Kruso übrig sind und schließlich aneinander geraten, fasst der Rezensent zusammen, der Seiler noch viele Huldigungen prophezeit.