Rezensent Klaus Ungerer zeigt sich überaus fasziniert von Thomas Melles Debütband. Die zwölf Erzählungen scheinen ihm fast durchweg gelungen, nur auf ein paar hätte er verzichten können, etwa auf "Kippy Game 1", das ihm dann doch zu patchworkartig konfus daherkommt. Die meisten Geschichten findet er allerdings sehr berückend, auch wenn sie ihn immer wieder verwirrt haben. Genauer gesagt, gefällt es ihm sogar, sich von Melles Geschichten verwirren zu lassen. Geradezu ins Schwärmen gerät er über die Sprache des Autors. Er preist ihre betörende Musikalität, ihr Tempo, ihren Reichtum an Wendungen, Witzen und Volten. Einen besonderen Reiz sieht er in der lockeren Vernetzung der Geschichten untereinander, die sich gegenseitig zitieren, was die "Scheinwelt jeder Geschichte" sprenge. Neben den Erzählungen "Santo Lucci" und "Gewissen" haben ihn besonders "Interferenz" und "Jonnas Baby" gefallen. Sein Resümee über den Band: "unterhaltsam, dialogstark, lustvoll".