Lorenz Jäger ist sehr angetan von dem letzten Band von Peter Sloterdijks dreibändiger Sphärologie. Es sei dem Philosophen hier gelungen, lobt Jäger in einer langen Besprechung, "aus unscheinbaren Beobachtungen eine vielfach überzeugende und stets anregende Gegenwartsdiagnose zu filtern". Gefunden hat der Rezensent außerdem eine "durchdachte, in vielen Teilen auf der Höhe der jeweiligen Einzeldisziplinen stehende philosophische Deutung des Menschen als eines wohnenden Tiers". Und "unübertrefflich" erzählen könne Sloterdijk, "so dass Begriffe sich dabei erhellen". Erstes Ziel des Philosophen, so der Rezensent, sei es gewesen, die "Affektsystematik" zu erschüttern, die "dem Soliden und Ernsten" automatisch den Vorzug zu geben geneigt war: "Schaum als Vorwurf, als kritischer Topos - das ist für Sloterdijk der Inbegriff der alten Welt." "Wo man Verluste an Form beklagte, stellen Gewinne an Beweglichkeit sich ein", zitiert Jäger aus dem Buch - und damit sei auch "fast schon das Programm dieser Untersuchungen beschrieben." Sloterdijk wolle dem Leser "die Annehmlichkeiten der Gegenwartsmoderne schmackhaft machen", die allzulange schlechtgeredet worden sei: "Festeres, Substanzhafteres, scheint er dem Leser sagen zu wollen, gibt es nun einmal nicht - richte Dich ein." Und wer in dem Philosophen eine "rechte" Alternative zu Habermas habe sehen wollen, so Jäger schließlich noch, müsse nun außerdem seinen Irrtum einbekennen: auch Sloterdijk stehe ganz auf dem Standpunkt der "Moderne", deren Recht er allerdings anders begründe, mit einer "Phänomenologie ihrer Elemente" nämlich, und einer "Ontologie des Lockeren, Verschiebbaren, Offenen".