Das Problem liegt auf der Hand: Die meisten dieser Texte sind bekannt, und so legt Werner von Koppenfels seine Besprechung zwar weiträumig an, sagt aber zum Buch letztlich weniger als zu dessen nach wie vor bewundernswürdigem Autor. Allerdings macht Koppenfels einiges wett, wenn er überlegt, wie sich der heutige Leser Beckett, diesem "Mythos der Moderne" und "Ecce homo für Intellektuelle" nähern könnte: Wie, fragt er, verträgt sich die zunehmende Eliminierung der letzten Erzählreste seit den "Texten um Nichts" von 1955 mit der gegenwärtig zu erlebenden Rehabilitation fiktionaler Spannung? Eine entzückende Frage, nicht nur für Germanisten. Bemerkenswert schließlich auch Koppenfels' Einschätzung, gegen die Dramen und Romane nehme sich Becketts erzählende Kurzprosa aparter aus. Den Leser, so der Rezensent weiter, erwarte "ein faszinierend weitgeschwungener Bogen über sechs Dekaden," vornehmlich besagte aus Becketts reduktionistischen Ambitionen erwachsene "spröde Kleinform, die allerdings erstaunliche Variationen erlaubt". Und das allein klingt schon verlockend.