Der Humor Peter Handkes, der "im Gedruckten so oft überdeckt wird", ist für Rezensent Konrad Heidkamp das Verblüffendste an der Lesung des Autors. Handkes Geschichte von Lucy, die sieben Jahre alt ist und lieber zehn wäre, ist bereits 1999 erschienen und unter anderem als "weltverbesserisches Märchen" kritisiert worden. Jetzt hat der Autor die Erlebnisse Lucys selbst gelesen und als CD veröffentlicht. Die "weiche Stimme", der "beruhigende", singende Tonfall Handkes lassen alles "zugleich real und unwirklich" werden, Ort und Zeit verschwimmen und so ein Werk entstehen, das mit einem Märchen "reichlich wenig zu tun" habe, sondern eher an "Alice im Wunderland" erinnere. Und mit dem Handke sich selbst einen Wunsch erfüllt hat. Der "Eindeutigkeit entkommen" ohne vage zu werden soll der Autor sich für einen Text gewünscht haben. Der Rezensent weiß: "Hier ist dieser Text zu hören."