Rezensent Rainer Gerlach erhofft sich Impulse für eine Weiss-Renaissance von dieser Biografie. Seine Hoffnungen werden allerdings dadurch gedämpft, dass Werner Schmidt eine politische Biografie vorlegt, die weder den Maler noch den Filmemacher Weiss eingehend behandelt oder Weiss' private Seite. Auch der zeitgeschichtliche Rahmen, in dem der Künstler sich bewegte, bleibt laut Rezensent "blutleer". Im wesentlichen erst mit dem Jahr 1965 einsetzend, als Weiss politisch aktiv wird, kann der Autor den Rezensenten jedoch mit zweierlei überzeugen: mit seinen Kenntnissen der schwedischen Innen- und Kulturpolitik, die Weiss im schwedischen Exil umtrieb. Und mit der detaillierten und systematischen Darstellung des politischen Peter Weiss im europäischen Kontext, namentlich durch die Briefe, Debattenbeiträge und Artikel von Weiss. Der Zusammenhang zwischen der Entwicklung des Künstlers Weiss und seinem politischen Engagement wird dem Rezensenten hier sehr deutlich.