Ausnehmend angetan zeigt sich Renate Wiggershaus von Joseph Conrads Erzählung um einen jungen, ehrgeizigen Kapitän, der nach entbehrungsreicher Schifffahrt auf einer Tropeninsel anlegt, wo ihm ein durchtriebener Kaufmann mit seiner Tochter verkuppeln möchte, um ihn erpressbar zu machen. Faszinierend findet sie, dass Conrads Text von Anfang an "in allen Schichten janusköpfig" ist, wie sie Brigitte Kronauer aus ihrem "pointiert interpretierenden Nachwort" zitiert. Ausführlich erzählt Wiggershaus die Geschichte nach, wobei sie auf zahlreiche Analogien zwischen autobiografischen Fakten und fiktiver Ich-Erzählung aufmerksam macht. Sie erscheinen ihr wie "Staffagen für das eigentliche Thema des Romans": eine "Phänomenologie des Ambivalenten, Uneindeutigen, die auch den Leser eines festen Bodens beraubt", ihm die "destruktive Erkenntnis seines höchst unzuverlässigen Selbst" vermittle (Kronauer).