Durchaus angetan zeigt sich Rezensent Martin Lüdke von Hans Ulrich Gumbrechts "kleiner Kampfschrift" für den Sport. Dass der Literaturtheoretiker angesichts der offenen Begeisterung vieler Intellektueller für den Sport damit offene Türen einrenne, hält Lüdke für einen Eindruck, der täuscht. Noch immer nämlich sieht er einen tiefen Graben zwischen Körper und Geist, näherhin: zwischen der begriffslosen Begeisterung des Sportfans und den definitorischen Kraftakten, "mit denen die Intellektuellen, wenn sie es denn überhaupt versuchen, sich sichtbar überheben". Auch Gumbrechts Studie zeuge von diesem Dilemma. Allerdings hält ihm Lüdke zu Gute, dass ihm hochfahrend intellektuelle Ausrutscher nur selten unterlaufen. Meist lasse sich Gumbrecht von seiner eigenen Begeisterung tragen, obwohl er auch versuche, sein Lob des Sports mit Bestimmungen der Kantischen Kritik der Urteilskraft, etwa der Zweckfreiheit, abzustützen. Nichtsdestoweniger wertet Lüdke das Buch als Pflichtlektüre für alle Sportfans, die das Lesen noch nicht eingestellt haben.