Ganz hingerissen ist Frauke Meyer-Gosau von Manfred Mittermayers Thomas-Bernhard-Biografie. Selten ist die Kritikerin dem "Wortwüterich" so nahe gekommen wie in dieser ebenso umfangreichen wie bedachtsamen Biografie, in der das leidvolle Leben des Autors in allen Facetten, aber mit größter Diskretion beleuchtet wird: Von den Jugendjahren Bernhards, die durch mütterliche Ablehnung und einen tyrannischen Großvater geprägt sind, liest die Rezensentin hier ebenso gebannt wie von den späteren Jahren, in denen sich Krankheiten, Selbstmordversuche, verschiedene Karriereversuche, Verschwendungssucht und Erfolg abwechseln. Großartig, wie engagiert und sorgfältig Mittermayer die Vielzahl an Quellen auswertet, lobt die Kritikerin, die dieses Buch mit Gewinn gelesen hat.