Einen "mit großer Verspätung vorgelegten Aufklärungsbericht" sieht Dorothea Heintze in Michael Seuferts Buch über die gefälschten Hitler-Tagebücher, mit deren Präsentation sich der "Stern" vor 25 Jahren zum Gespött der Nation machte. Die ganze Geschichte erscheint ihr auch heute noch haarsträubend. Besonders die Naivität der Beteiligten und ihre Faszination für die angeblichen Hitler-Tagebücher sind für sie erscheckend. Abstoßend findet sie die Abschnitte, in denen berichtet wird, wie der Star-Reporter Heidemann Kollegen und Chefs auf seine Göring-Yacht einlädt, um seine Nazi-Devotionalien zu präsentieren. Deswegen zeigt sie sich auch skeptisch gegenüber Seuferts zentraler These, die Chefredaktion sei vom Verlagschef nicht informiert worden, habe nicht eingreifen können und sei von den Ereignissen überrollt worden. Ansonsten bescheinigt sie dem Autor, "akribisch" den Gang der Ereignisse zu rekonstruieren. Allerdings wird es ihres Erachtens schnell unübersichtlich. Sie vermisst vor allem ein Stichwortregister und eine Einordnung durch den Autor in einem längeren Vor- oder Nachwort.