Katharina Rutschky mag dieses Buch nicht, und sie mag auch den Autor nicht. Zu naiv findet sie die Erinnerungen an die Kindheit im äthiopischen Kaiserhaus, zu unbedarft den Blick zurück auf Privilegien, die der Prinz offenbar noch heute als selbstverständlich ansieht. Am meisten aber stört sie, wie Asserate die Fehler Haile Selassies und des eigenen Vaters "vernebelt", indem er immer wieder seine Familiengeschichte oder die Beschreibung prächtiger Zeremonien am Hof mit der Staatsgeschichte vermengt. Asserate gibt "quasi die Unschuld vom Lande", wenn er die Rebellion der hungernden Bevölkerung gegen den prassenden Herrscher beschreibt, so Rutschky. Die Fähigkeit, einen Zusammenhang zwischen beidem herzustellen, scheint dem Autor völlig zu fehlen. Da helfen auch die vielen Zitate berühmter Philosophen nicht, mit denen der Prinz sein Buch schmückt, meint die Rezensentin.