Als eine der "wenigen sehr guten" Darstellungen des Kaisers Nero wertet Rezensent und Althistoriker Uwe Walter das Buch von Alexander Bätz. Der Autor und Fachkollege liefert hier, so Walter, eine nicht an steilen Thesen, sondern an der Sachlage orientierte, "durchweg solide" recherchierte Analyse der Herrschaftszeit des Kaisers, der hier von seinem üblen Ruf nicht befreit, aber ein bisschen entfernt wird, fasst Walter zusammen. So findet er höchst aufschlussreich und angemessen, wie Bätz in den guten und schlechten politischen Entscheidungen Neros etwa auch den "Stressraum" des intrigenreichen Hofes, die inneren Widersprüchlichkeiten des politischen Systems an sich oder auch den großen Einfluss Senecas auf Nero zu Anfang seiner Regentschaft mit einbezieht. Für Walter erklären sich so viele mythenumwobenen Aktionen Neros, ohne dass Bätz dabei eine apologetische Haltung einnähme. Vielmehr überzeugt der Autor den Kritiker mit seinen schlichten Sätzen, gut kontextualisiertem Bildmaterial, übersichtlicher Quellenarbeit und der Emphase auf "Ereignisdynamik und Kontingenz" - außer dem Hinweis auf ein fehlendes Register hat Walter nichts zu bemängeln.