Von all den Neuerscheinungen zum Dreißigjährigen Krieg findet der hier rezensierende Historiker Bernd Roeck das Buch des Politikwissenschaftlers Herfried Münklers am besten geschrieben. Über tausend Seiten hinweg "donnern Kanonen und krachen Kartaunen", freut sich der Rezensent, dem auch gefällt, wie Münkler das Geschehen auf entscheidende Ereignisse verdichtet: den Prager Fenstersturz, die Eroberung Magdeburgs oder Wallensteins Tod. Wenn Münkler allerdings Parallelen zur Gegenwart zieht, und die heutigen Kriege mit denen von vor vierhundert Jahren vergleicht, geht Roeck auf Distanz. Nichts gegen aktualisierende Geschichtsschreibung, aber Ähnlichkeiten zwischen Wallensteins Söldnertruppen und dem Islamischem Staat springen ihm nicht unbedingt ins Auge.