Der Historiker Joachim Fest gilt Martin Meyer als "Erzähler von Rang", der - beispielsweise in seiner bekannten Biografie über Hitler - eine besonders "intime Kunst des Porträts" pflege. Nun legt Fest eine neue Sammlung von Porträts vor, die allerdings ausschließlich, wie Meyer betont, "aus der Nähe der Freundschaft" entstanden seien. Was nicht heiße, so Meyer, dass Fest etwa auf seinen klaren Blick, eine freundschaftliche Distanz und leise Ironie verzichtet hätte. Die Porträtierten heißen Golo Mann, Sebastian Haffner, Hugh Trevor-Roper, Dolf Sternberger und Horst Janssen, Hannah Arendt und Ulrike Meinhoff, und Fest entwickle ihr geistiges Profil, meint Meyer, vor dem Hintergrund ihrer Herkunft, ihrer Epoche und Zeitgeschichte. Fests Sympathien lägen dabei eindeutig auf Seite der Konservativen und auch der Querdenker, stellt der Rezensent fest. Und ironisch merkt er noch an, dass man nicht behaupten könne, dass da bescheidene Menschen einen bescheidenen Kommentator gefunden hätten, aber Anstoß will er bei so ausgeprägten Charakteren daran nicht nehmen.