New York scheint geradezu auf einen Geschichtenerzähler wie Francis Spufford gewartet zu haben, glaubt Rezensent Thorsten Gräbe, der sich in diesem Romandebüt des britischen Sachbuchautors fasziniert an die Fersen eines mysteriösen Fremden geheftet hat, um mit ihm die koloniale Stadt vor der amerikanischen Unabhängigkeit zu erkunden. Der Kritiker erlebt "Neu-York" hier als ziemlich junge Kleinstadt im Jahre 1746, in der einer von fünf Einwohnern ein schwarzer Sklave war und in der es mitunter ziemlich brutal zuging. Dass Spufford gelegentlich an den historischen Fakten dreht, um die Erzählwirkung zu steigern, hat Gräbe gut gefallen. Spannung, facettenreiche Figuren und sprachliche Experimentierfreude machen diesen Roman für den Rezensenten zu einem Ereignis.